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Virenjahrbuch 2007 - Teil 1

 Passwortdiebstahl, Spionage und Erpressung - auch und gerade im ersten Halbjahr 2007 wurden die meisten Schadprogramme zur finanziellen Bereicherung ihrer Programmierer eingesetzt. Immer wieder tauchen aber auch Schädlinge auf, die neben ihren eigentlichen Funktionen - geplant oder ungeplant - skurrile Nebeneffekte erzeugen.
Die Panda Software Virenlabore haben eine Auswahl der kuriosesten und merkwürdigsten Malware-Exemplare der ersten sechs Monate vom laufenden Jahr zusammengestellt:
Der Fromme. Der Wurm USBToy.A zeigt folgendes Bibelzitat an: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer. Und es war finster auf der Tiefe. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Diese Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten."
Das GPS-Wunder. Zusätzlich zu den typischen Trojaner-Merkmalen, ist Burglar.A mit einer weiteren Funktionalität ausgestattet: Er zeigt dem User an, an welchem geografischen Standort er sich genau befindet. Dazu nutzt er Google Maps. Positiver Nebeneffekt einer Infektion: Die Anwender wissen immer genau, wo sie sind.
Der Soziale. ArmyMovement versendet einen Hoax mit dem türkischsprachigen Betreff: "Regierung erhöht die Löhne von Soldaten und Beamten um 50 Prozent".
Der Reporter. Ein Pulitzerpreis verdächtiges Video preist der Wurm Rinbot.B an: Angeblich enthält er in seinem Code ein CNN Interview mit dem Programmierer der Malware, indem er seine Beweggründe für die Entwicklung des Wurms erklärt.
Der Unentschlossene. Der Piggy-Wurm verbreitet sich über E-Mail Anhänge. Dabei wählt er den jeweiligen Namen des Absenders zufällig aus einer Liste aus. Die Betreffzeile variiert, der enthaltene Text ist immer verschieden und der Name der angehangenen Datei wechselt andauernd.
Das Plappermaul. Nichts bleibt vor der Spyware XPCSpy verborgen. Tastaturanschläge werden erfasst, besuchte Webseiten registriert, Fenster geöffnet und die Inhalte von E-Mails, Chat- und IM-Nachrichten mitprotokolliert. Die geheimen Informationen gibt die Spyware direkt an ihren Programmierer weiter.
Der Hinterlistige. VideoCatch zeigt fingierte Viren-Warnungen an, die den User zum Kauf eines Desinfizierungs-Programms verleiten sollen. Die Adware zeigt die Warnung immer wieder an - bis der User die angebotene Anwendung kauft oder VideoCatch von seinem System entfernt wird.
Der Spaßvogel. Ketawa.A ist ein typischer Trojaner: Er erstellt Dateien, verändert Registry-Einträge, ... und zeigt auf dem Bildschirm einen Witz an - in indonesisch. Sehr lustig... wenn man ihn versteht.
Der Filmstar. Hier gibt es gleich zwei Nominierte. Pirabbean.A gebührt der Titel aufgrund einer Trailer-Vortäuschung zum Film "Fluch der Karibik - Am Ende der Welt". Der Nachwuchspreis geht zudem an einen vermeintlichen Kurzfilm zu "Harry Potter und der Orden des Phoenix".
Der Musikalische. Unangefochtener Gewinner in dieser Kategorie ist der Wurm Gronev.A. Er öffnet den Windows Media Player und spielt ein Stück von einem Lied ab.
Der Geschwätzige. Wenn der Trojaner BotVoice.A den Computer infiziert hat, ertönt eine Stimme in gebrochenem Englisch, die verkündet: "Sie wurden infiziert. Ich wiederhole: Sie wurden infiziert und Ihre Systemdaten wurden gelöscht. Schönen Tag. Bye bye."
07/2007, Margarita Mitroussi

|  | Margarita Mitroussi ist seit 2005 als Pressesprecherin bei Panda Software. Nach ihrem Germanistik-Studium war sie u.a. beim BackMedia Verlag, Antenne Münster, dem WDR Fernsehen, den Westfälische Nachrichten und bei westline tätig.
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