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600% mehr PC Infektionen zielen auf Identitätsdiebstahl

PandaLabs untersuchte von Januar bis Juni infizierte PCs und verglich die Ergebnisse mit dem gleichen Zeitraum des Jahres 2008. Die befallenen Computer zeigen im Vergleich zum Vorjahr 600% mehr Malware-Exemplare, die speziell für den Identitätsdiebstahl konzipiert sind. Bei der Analyse der verantwortlichen Schädlinge setzte sich der Trojaner gegen Phishing-Methoden, Würmer, Spyware und andere Bedrohungen mit einem Anteil von 71% klar durch.
Tag für Tag analysieren die Experten der PandaLabs 37.000 eingehende Varianten neuer Viren, Trojaner, Würmer und sonstigen Bedrohungen. Von Januar bis Juli erhielt Panda 11 Millionen neue Schädlinge. Mit 8 Millionen Exemplaren haben Trojaner daran den größten Anteil von 71 %. Hauptsächlich verfolgen sie das Ziel, Bank-Details, Kreditkarten-Informationen oder Passwörter für andere kommerzielle Transaktionen zu stehlen.
Im Jahr 2007 beanspruchten Trojaner noch 51% aller identifizierten Bedrohungen. Dieser prozentuale Zuwachs zeigt einen deutlichen Fokus auf den Identitätsdiebstahl.
Neben der Wirtschaftskrise und dem damit einhergehenden Schwarzmarkt für Passwörter und Zugangsdaten liegt die Ursache laut Panda dafür in den stetig wachsenden Verbreitungsmöglichkeiten des Internets, vor allem des Web 2.0.
Gefälschte Login-Webseiten, die vom Original kaum zu unterscheiden sind, eigneten sich in jüngster Zeit als ertragreiche Einnahmequelle.
Zu den beliebtesten Zielen gehören die Seiten bekannter Online-Zahlungsservices (PayPal), -Shops (Amazon), -Auktionen (eBay) oder sogar NGO-Portalen (non-governmental organisations) für gemeinnützige Spenden.
Die gängigste Verbreitungsmethode via E-Mail wird heutzutage durch zahlreiche Kanäle interaktiver Internet-Plattformen wie Twitter, YouTube, FaceBook und Co ergänzt. Stärkerer Beliebtheit erfreut sich auch das Manipulieren von Suchmaschinen-Ergebnisse. Hierbei werden schädliche Webseiten gezielt so konzipiert, dass sie bei aktuell beliebten Suchbegriffen unter den obersten Treffern gelistet werden (Pandanews vom 24.04.: Angriffe auf Ford Motor Company). Sind die Onlinekriminellen dann im Besitz vertraulicher Bank- oder Kreditkartendetails bieten sich Ihnen zwei Möglichkeiten: Entweder sie zahlen so lange über den fremden Account, bis das Opfer den Missbrauch bemerkt, oder sie verkaufen die erworbenen Informationen auf dem Schwarzmarkt.
Tipps zum Schutz vor Identitätsdiebstahl
Im Gegensatz zu früheren Schädlingsexemplaren sind die aktuellen Varianten immer schwieriger zu erkennen. Damit User den Betrug nicht erst bemerken, wenn es schon zu spät ist, fasst Panda Security die wichtigsten Schutzmaßnahmen zusammen:
1. Achten Sie auf eingehende E-Mails, die nach vertraulichen Informationen fragen. Weder Banken, noch Zahlungsplattformen oder soziale Netzwerke fragen Ihre Kunden per Mail nach Ihren Login-Daten oder Kreditkarteninformationen. E-Mails dieser Art sind - zum teil erstaunlich originalgetreue Fälschungen, die auf ebensolche Webseiten führen.
2. Tippen Sie die Adresse Ihrer Bank grundsätzlich direkt in Ihren Browser. So vermeiden Sie, über andere Kanäle oder manipulierte Suchmaschinen-Ergebnisse an gefälschte Links zu geraten.
3. Überprüfen Sie die eingegebene URL-Adresse nachdem Sie auf "Enter" klicken erneut. So bemerken Sie vor Eingabe Ihrer vertraulichen Daten, ob sie nicht manipuliert ist und gegebenenfalls versucht, auf eine gefälschte Seite zu lenken.
4. Stellen Sie sicher, dass die geöffnete Seite das übliche Sicherheitszertifikat anzeigt. Dies können Sie in der unteren Browserleiste über das gelbe Schlosssymbol abrufen.
5. Als solide Basis für sicheres Online-Banking sollten Sie eine umfassende, aktuelle Sicherheitslösung installieren. Als zusätzliche Schutzmaßnahme empfiehlt sich die regelmäßige Überprüfung mit einem kostenfreien Onlinescanner, der das System neben der verwendeten Lösung auf Schädlinge überprüft.
6. Falls nach allen Sicherheitsmaßnahmen immer noch Zweifel bestehen, geben Sie Ihre Daten nicht preis. Verzichten Sie Sie in diesem Fall lieber auf die Vorteile des Online-Bankings und investieren Sie die Zeit, Ihren persönlichen Kundendienst zu kontaktieren.
7. Sollten Sie Ihre Bankgeschäfte sehr häufig oder ausschließlich online abwickeln, besteht die Möglichkeit, für all diese (Trans-)Aktionen eine Versicherung für Online-Betrug abzuschließen.09/2009, Luis Corrons

|  | Luis Corrons, ist der Direktor der PandaLabs.
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