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Menschliches Fehlverhalten: Hauptursache für IT-Sicherheitsverletzungen

Menschliches Fehlverhalten der eigenen IT-Mitarbeiter ist
nach wie vor die Hauptursache für Verletzungen der IT-Sicherheit in
Unternehmen - sogar mit stark steigender Tendenz. Bessere Schulung und
Vorbereitung der verantwortlichen Mitarbeiter bewirkten jedoch, dass
die Auswirkungen der Verletzungen auf den Geschäftsbetrieb begrenzt
werden konnten. Dies ist das Ergebnis der zweiten internationalen
Umfrage von CompTIA (Computing Technology Industry Association) zum
Thema "IT-Sicherheit und Personal" unter 900 Unternehmen.
Trotz eines gestiegenen Bewusstseins für IT-Sicherheitsprobleme,
verstärkter Beachtung von Sicherheits-praktiken und -verfahren und
höherer Investitionen in Präventivmaßnahmen gaben 84 Prozent der fast
900 befragten Unternehmen an, dass menschliches Fehlverhalten
zumindest teilweise für die jüngsten größeren Sicherheitsverletzungen
verantwortlich war. Im Vorjahr wurde menschliches Fehlverhalten für
nur 63 Prozent der Sicherheitsverletzungen verantwortlich gemacht.
"Diese Ergebnisse unterstreichen die Tatsache, dass in allen
Unternehmen beim Thema Sicherheit dem menschlichen Faktor gegenüber
der Technologie die höchste Priorität eingeräumt werden sollte", sagt
Jürgen Nilgen, Regional Director für Deutschland, Österreich und die
Schweiz von CompTIA. "Kenntnisse und Verhalten der Mitarbeiter sind
entscheidend, um Netzwerke und IT-Infrastrukturen sicher zu machen.
Auch wenn das Bewusstsein für die Bedrohung durch IT-
Sicherheitsverletzungen erheblich gestiegen ist, zögern viele
Unternehmen mit den entsprechenden Investitionen in Zeit und Geld, um
diesen Bedrohungen angemessen zu begegnen."
Schwere Angriffe auf die IT sind keine Seltenheit
Fast sechs von zehn Unternehmen (58 Prozent) gaben an, in den
vergangenen sechs Monaten mindestens einen schweren Angriff auf die
IT-Sicherheit erlebt zu haben. Hiermit sind Vorfälle gemeint, die zum
Verlust vertraulicher Informationen führen oder eine Unterbrechung des
Geschäftsbetriebs bedingen. Dies ist eine deutliche Zunahme gegenüber
dem Vorjahr, als nur 38 Prozent von einer entsprechenden IT-
Sicherheits-verletzung berichteten.
Außerdem gaben die Unternehmen an, dass Schulungen und
Zertifizierungen die Sicherheit deutlich verbesserten. Unternehmen, in
denen mindestens ein Viertel der IT-Mitarbeiter in Sicherheitsfragen
geschult wurde, waren weniger von einer Sicherheitsverletzung auf
Abteilungsebene (46 Prozent) betroffen als solche, bei denen weniger
als ein Viertel der IT-Mitarbeiter entsprechend geschult ist (66
Prozent).
Von den Unternehmen, die in Mitarbeiterschulungen zur IT-Sicherheit
investiert haben, sind 80 Prozent der Meinung, dass sich ihre
Sicherheit verbessert habe. 70 Prozent der Unternehmen, die in
Zertifizierungen investiert haben, sind ebenfalls dieser Auffassung.
Die positiven Auswirkungen von Schulungen und Zertifizierungen werden
vor allem in einer besseren Identifizierung potentieller Risiken,
einem größeren Problembewusstsein, verbesserten Sicherheitsmaßnahmen
sowie der Fähigkeit gesehen, auf Bedrohungen schneller reagieren zu
können.
Noch immer zu wenig schriftliche Richtlinien zur IT-Sicherheit
Nur eine knappe Mehrheit der Unternehmen (51 Prozent) verfügt über
schriftliche IT-Richtlinien. Etwas über die Hälfte (57 Prozent)
besitzt einen Disaster-Recovery-Plan. Relative weit verbreitet sind
IT-Sicherheits-richtlinien in der Finanzdienstleistungsbranche (62
Prozent) und in der öffentlichen Verwaltung (58 Prozent). In
Bildungseinrichtungen liegt die Zahl bei 41 Prozent. Die wenigsten
Sicherheitsrichtlinien finden sich allerdings in IT-Unternehmen: Laut
der Umfrage gibt es sie nur bei 35 Prozent von ihnen.
Die Wahrscheinlichkeit, IT-Sicherheitsrichtlinien vorzufinden, steigt
außerdem mit der Größe des Unter-nehmens. Unternehmen mit mindestens
7.000 Mitarbeitern verfügen mit hoher Wahrscheinlichkeit über IT-
Sicherheitsrichtlinien (75 Prozent), aber nur 34 Prozent der kleinen
Unternehmen (bis zu 49 Mitarbeiter) verwenden IT-
Sicherheitsrichtlinien.
Unternehmen mit schriftlichen Richtlinien überprüfen und aktualisieren
diese inzwischen häufiger: 44 Prozent der Unternehmen gaben an,
mindestens zweimal im Jahr eine Überprüfung durchzuführen, und 38
Prozent aktualisieren ihre Richtlinien mindestens zweimal pro Jahr. Im
letzten Jahr lagen die entsprechenden Werte bei 37 Prozent bzw. 34
Prozent. 05/2004, CompTIA
CompTIA ist ein weltweit aktiver Non-Profit Verband der IT-Industrie.
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