Das Handy als mobiler Leibwächter - Software-Lösungen für GPS-fähige Mobiltelefone bieten Sicherheit


20.04.2008

Die meisten Unfallnotrufe gehen mittlerweile via Handy bei Polizei und Rettungsleitstellen ein. Doch je nach Art und Schwere der Verletzungen sowie Ort des Geschehens ist es den Betroffenen oft unmöglich, eine genaue Standortbestimmung vorzunehmen. Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) können rund 30 Prozent aller Anrufer im Notfall ihre Position nicht präzise angeben. Dies kostet wertvolle – oft lebensrettende – Zeit. Software-Lösungen für GPS-fähige Mobiltelefone wirken dieser Gefahr entgegen und ermöglichen eine exakte satellitengenaue Live-Ortung.

Die Szenarien, auf welche Weise Menschen in Gefahr geraten, sind vielfältig. Wie die zahlreichen Fernseh- und Zeitungsberichte über Vermisste und Entführungen immer wieder belegen, sind vor allem Kinder besonderen Gefahren ausgesetzt. Meist haben sie nur die Zeit beim Spielen vergessen und tauchen schnell wieder zu Hause auf. Jedoch gehen in Deutschland jährlich über 10.000 Vermisstenmeldungen ein, die Minderjährige betreffen, und wovon manche nicht mehr auffindbar sind. Auch Menschen, die an Alzheimer oder Demenz erkrankt sind, sind gefährdet: sie leiden oft unter Störungen der Raumwahrnehmung, so dass sie die Orientierung verlieren. Des Weiteren passiert es immer wieder, dass allein lebende Senioren im Notfall ohne Hilfe bleiben, weil sie sich nicht rechtzeitig bemerkbar machen können.

Ca. alle vier Sekunden geschieht in Deutschland ein Unfall – die meisten davon zu Hause und in der Freizeit, gefolgt von Sportunfällen. Denn auch Sportler und Outdoor-Fans wie beispielsweise Bergsteiger, Fallschirmspringer oder Skifahrer sind vielen oft unterschätzten Risiken ausgesetzt. Verunglücken sie, kennt oft niemand ihren genauen Aufenthaltsort. Und auf Grund von Verletzungen oder fremder Gegenden, in denen sie sich aufhalten, sind sie meist selbst nicht im Stande, ihren Aufenthaltsort zu lokalisieren. Darüber hinaus musste die Polizei laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr rund 2,3 Millionen Verkehrsunfälle aufnehmen, darunter 335.900 Fälle mit Personenschaden. Gerade hier ist eine schnelle erste Hilfe und somit eine genaue Positionsbestimmung meist lebenswichtig.

Aber nicht nur Leib und Leben bedürfen entsprechender Schutzmaßnahmen, sondern auch das eigene Hab und Gut. Aktuelle Diebstahlstatistiken belegen, dass immer neue Methoden entwickelt werden, um bestehende Sicherheitssysteme von Gegenständen wie Fahrzeugen und Wertsachen zu überwinden.

Live-Ortung via Handy bewacht Menschen und Gegenstände

Zunehmend setzt sich die Methode der Standortbestimmung über das Handy durch und hält Einzug in den Alltag. Unternehmen und Provider bieten die Ortung von Handys als Dienstleis-tung oder Software-Lösung an. Die beiden bekanntesten Methoden, die dabei hauptsächlich zum Einsatz kommen, sind GSM und GPS.

Die GSM-Ortung, also die Ortung über die Zell-ID, bezeichnet die externe Ortsbestimmung eines eingeschalteten, auf der Basis von GSM betriebenen Endgerätes (Mobiltelefon) über Handy-Masten. Im Vergleich zur GPS-Standortbestimmung ist diese Methode jedoch ungenauer. Denn hier kann nur die jeweilige Basisstation, bei der das entsprechende Gerät eingebucht ist, geortet werden und nicht das Mobiltelefon selbst. Die GPS-Ortung per Satellit ist die wohl am weitesten verbreitete Ortungstechnik. Hier werden Signale von Satelliten genutzt. Der Empfänger berechnet daraus kontinuierlich den jeweiligen Standort des Handys. So las-sen sich sehr präzise Positionsbestimmungen exakt bis auf wenige Meter vornehmen. Das GPS-System ist unabhängig von Umwelteinflüssen bzw. Ablenkung und funktioniert auch in Bereichen, in denen andere Verfahren versagen.

Softwarelösungen für GPS-fähige Mobiltelefone wie beispielsweise PositionTracer von SecurStar bieten demnach im Gegensatz zu vielen anderen Mobilfunkortungssystemen, die teilweise eine Ungenauigkeit von bis zu 3.000 Metern aufweisen, Live-Ortung exakt bis auf wenige Meter. So können aktuelle Standorte und Weghistorien einfach online auf einer Landkarte bzw. einem Satellitenfoto in Echtzeit verfolgt werden. Besonders vorteilhaft sind Features wie die Möglichkeit, bestimmte abgegrenzte Zonen zu definieren, bei deren Betreten oder Verlassen ein Alarm wahlweise per E-Mail, SMS oder Messenger etc. ausgelöst werden kann. Somit wird höchster Schutz für Mensch und Gegenstand gewährleistet. Mit PositionTracer lässt sich außerdem eine weltweite metergenaue 3D-Ortung vornehmen. Das heißt, diese wird in einem dreidimensionalen Format durchgeführt. So können sowohl die Bewegungsrichtung als auch die aktuelle Höhe und Geschwindigkeit bestimmt und ausgewertet werden. Diese Faktoren sind dann sinnvoll, wenn die zu lokalisierende Person sich beispielsweise in einem Hochhaus befindet. Die Genauigkeit der Systeme erlaubt z.B. eine genaue Bestimmung des Stockwerks. Selbiges gilt für Flugzeuge oder Hubschrauber. Auch hier lassen sich Höhe, Geschwindigkeit und Flugrichtung ermitteln.

Echtzeit-Ortungen können jederzeit von Anwendern der SecurStar-Software via Internet durchgeführt werden, indem sie sich auf dem privaten Bereich des PositionTracer-Servers einloggen. Mit dem Feature „Positionsarchiv“ lassen sich dabei alle zurückgelegten Strecken auswerten. Diese Funktionalität eignet sich insbesondere für Unternehmen zur Fahrtenbuchaktualisierung sowie Routenaufzeichnung von Personen und Gütern. Damit der Handybesitzer im Notfall nicht allein auf die Ortung seines Mobiltelefons durch die Hilfe aufmerksamer Dritter angewiesen ist, bietet ihm der Notruf per Knopfdruck zusätzliche Sicherheit. Wann immer sich die Person unsicher bzw. gefährdet fühlt, kann sie dies mit Auslösen eines speziellen “PANIC“-Knopfes signalisieren. So werden beispielsweise Angehörige informiert und der genaue Aufenthaltsort mitgeteilt. Ferner besteht auch die Möglichkeit, die Standortbe-nachrichtigungen per SMS oder Email zu versenden. Mit der Over the Air (OTA)-Programmierung können alle Einstellungen remote per SMS umgestellt werden. Eine weitere Funktionalität ist das Definieren von Alarmzonen. Wenn der Handybesitzer eine vorher definierte Zone verlässt oder betritt, kann ein automatischer Positionsalarm durchgeführt werden. Verlässt beispielsweise das Kind seinen gewohnten Schulweg oder den Spielplatz, werden die Eltern umgehend durch ein Signal informiert. Zur Installation der Software empfiehlt es sich, Telefone mit integrierter GPS-Antenne zu verwenden. Es ist jedoch auch möglich, eine externe GPS-Antenne über Bluetooth an das Telefon anzuschließen. Die Mobiltelefone soll-ten über die Betriebssysteme Windows Mobile 5 und 6 oder Symbian 9.1 und höher verfügen. Die Handymodelle HTC Trinity und Nokia wurden bereits getestet.

Fazit

Ob für besorgte Eltern oder Verwandte von alten und kranken Menschen, für Unternehmen und Besitzer wertvoller Güter – die Einsatzszenarien für Handy-Ortungssysteme sind denkbar vielseitig. Auf Grund dessen erkennen auch immer mehr Privatpersonen den Mehrwert dieser Technik. Auf einfache Weise ist es ab sofort möglich, den Standort von Menschen und Gegenständen zu deren Sicherheit bzw. Rettung zu ermitteln. In Zuge dessen wird auch das Angebot der Unternehmen und Provider, die Handy-Ortung als Dienstleistung oder in Form von Software-Lösungen anbieten, immer größer. Der Anwender kann aus der Vielzahl der Angebote wählen, welches System und welche Technik sich für ihn am besten eignet. Die Handy-Ortung via GPS bietet sich auf Grund der Genauigkeit insbesondere zum Schutz von Kindern, alten und kranken Menschen, Mitarbeitern, Geschäftsleuten, Fahrzeugen, Maschi-nen, Booten usw. an.


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Autor

  • Ulrike Peter

Ulrike Peter arbeitet als freie Journalistin und befasst sich mit Sicherheitsthemen.




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