1949
Bereits 1949 existierte eine Theorie von sich selbst reproduzierenden Automaten auf Rechenmaschinen (John von Neumann 1903-1957) es dachte aber noch niemand ernsthaft an ein Programm wie einen Virus, zudem war die Technik damals noch nicht in der Lage die Theorie umzusetzen.
70er Jahre
Es erscheint das Spiel "Core Wars" (engl. Krieg der Kerne), das einem Virus schon recht ähnlich war. Bei dem Spiel ging es darum die Rechenleistung des Gegners zu schmälern. Der erste Wurm war geboren, wobei Core Wars zur Verbreitung auf die Hilfe seines Programmierers angewiesen war.
1980
An der Uni Dortmund schreibt Jürgen Kraus seine Diplomarbeit über sich selbst reproduzierende Programme, er ging dabei nicht auf den Schutz ein. Die Arbeit verschwand unveröffentlicht im Universitätsarchiv.
1981
Durch ein Gespräch zwischen Dr. Fred Cohen und Prof. Adleman ergab sich der Name "Computervirus"
1982
Die ersten Würmer wurden im Xerox Alto Research Center programmiert und verbreiteten sich durch einen Programmierfehler unkontrolliert. Das System brach unter der enormen Last zusammen.
1983
Fred Cohen schrieb an der Universität von Kalifornien seine Doktorarbeit und stellte den ersten funktionsfähigen Virus vor.
1984
Fred Cohen veröffentlichte seine umstrittene Doktorarbeit, in der nicht nur Informationen über den ersten Virus aus 1983 inklusive Quellcodes enthalten waren sondern auch über verschiedene andere experimentelle Viren berichtet wurde. Er wies auf die Gefahren dieser Codes hin, neue Gelder für eine Forschung über Gegenmittel wurden ihm damals nicht genehmigt.
Von diesem Moment an traten ständig neue Viren und Trojaner auf.
1985
Über Mailbox wurde ein Programm zur Aufarbeitung von Grafiken verteilt, dieser getarnte Trojaner löschte beim Start des Programms alle Dateien auf der Festplatte und zeigte die Meldung "Arf, Arf, hab dich" auf dem Bildschirm an.
1986
Der erste MS-DOS Virus kam in Umlauf: der Pakistani-, Ashar- oder Brain-Virus, wie er genannt wird war von zwei Händlern in Pakistan entwickelt worden. Der Softwarehändler verteilte den Virus über billige gebrannte Software von Originalprogrammen (diese war damals noch nicht strafbar). Auf diese Weise gelangte er bis in die USA. Der Virus nutzte Tarnkappentechnik.
Im Dezember stellte Ralf Burger vom deutschen Chaos Computer Club den ersten Virus vor, der sich über den Bootsektor von Disketten verbreitete.
1987
Der Christmas Tree Virus legt innerhalb von 4 Tagen, eingeschleust in eine deutsche Universität, als erster Virus ein Großnetzwerk (European Academic Research Network) lahm.
Der erste Virus für Macintosh-Rechner erscheint, Apple liefert sofort alle Systeme mit einem Virensuchprogramm aus, dass jedoch nur diesen einen Virus finden konnte.
Die zweite Generation von Viren läutete der Casacde-Virus ende diesen Jahres ein. Er war speicherresistent und trat verschlüsselt in Dateien auf.
1988
Die Viren verändern sich, bis her stahlen Sie nur Rechenleistung jetzt fangen sie an Daten zu zerstören: Der Jerusalem Virus löscht immer am Freitag den 13. alle .com und .exe Dateien. Er wurde vermutlich von Palästinensern programmiert und ist noch heute in 500 Varianten zu finden.
Der Autor des "Aids" Virus verteilte auf einer internationalen Aids-Konferenz Disketten mit angeblichem Informationsmaterial. Nach dem 90. Systemstart wurden alle Dateien gelöscht und eine Meldung mit einem Überweisungsformular für 190$ erschien. Der Autor wurde verhaftet.
Im November 1988 legte "Morris" einige tausend Computersysteme in den USA lahm, darunter Rechner der NASA. Der angerichtete Schaden wurde auf 100 Millionen Dollar geschätzt.
1989
Die Arbeit der Virengegner sollte erschwert werden und so trat der erste polymorphe (vielgestaltige) Virus auf. Diese Art Virus verschlüsselt sich selbst immer wieder neu.
Außerdem werden die ersten Viren gefunden, die Dateien infizieren und dabei die gemachten Änderungen verbergen. Diese Viren werden auch Stealth-Viren (Tarnkappen-Viren) genannt.
Die ersten Antivirenprogramme erscheinen und die Medien beginnen erste Artikel und Informationsdienste zu diesem Thema einzurichten.
1990
Chameleon erscheint, der erste polymorphe Virus. Diese Art von Virus verändert sich bei jeder neuen Infektion und ist daher schwer zu erkennen.
Motherfisch oder auch Whale genannt erscheint, er ist mit 9 kb der größte speicherresistente Virus mit oligomorphen und Tarnkappeneigenschaften. Der Verband deutscher Virenliebhaber verbreitet das erste Virus Construktion Kit für Dos Systeme. Jeder kann einen Virus programmieren ohne auch nur eine Zeile zu programmieren.
1991
Wettbewerbe und Veranstaltungen zum Programmieren von Viren werden ins Leben gerufen aber auch im Antivirenbereich wird mobil gemacht: Die Organisation EICAR (European Institute for Anti-Virus-Research) und CARO (Computer Anti-Virus Research Organisation) verbessern die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Viren. Der Virus Michelangelo wird entdeckt.
1992
Die Michelangelo-Hysterie bricht aus, er löscht am 6. März, dem Geburtstag des Malers Michelangelo die Festplatte.
1993
Pro Tag tauchen nun schon fast 2-3 neue Viren auf. Auch Viren die nicht nur DOS Programmdateien infizieren können, sondern auch auf Windowsplattformen Schäden anrichten finden Verbreitung. Sie sind jedoch leicht zu erkennen.
1994
Ein Virus mit wesentlichen Unterschieden zu seinen Vorgängern taucht auf, er verteilt sich mit variabler Entschlüsselungsroutine über das gesamte Programm. Er kann sich in Dateien oder im Bootsektor festsetzen. Das Internet wird zur Verbreitung eingesetzt und der Virenautor Christopher Pile wird angeklagt.
1995
Die ersten Macroviren zur Infektion von Microsoft WinWord tauchen auf. Im Code wird der folgende Text entdeckt: "That´s enough to prove my point."
Pile gesteht und wird zu 18 Monate Haft verurteilt
1996
Der erste polymorphe Windows Virus wurde entdeckt. Es wird geschätzt, dass bereits 10.000 verschiedene Virenvarianten im Umlauf sind. Der erste Excel Virus wird entdeckt.
1997
Der erste Linux-Virus wird entdeckt.
1998
Ein Hackerprogramm das Zugriff auf fremde Rechner ermöglicht wird veröffentlicht. Der erste Microsoft Access Virus wird entdeckt.
Der gefährliche CIH Virus taucht in Taiwan auf, er zerstört das BIOS, was oft den Austausch von Hardware zur Folge hat. Der erste Virus für Microsoft PowerPoint erscheint und weitere folgen für die komplette Office 97 Reihe.
1999
Der Melissa Virus verbreitet sich weltweit. David Smith wird verhaftet und bekennt sich noch im selben Jahr schuldig. Der Virus hatte viele Mailserver zum erliegen gebracht.
Der CIH Virus wird aktiv und erhebliche Schäden gemeldet. Der Autor, ein Student aus Taiwan wird rechtlich nicht belangt.
BubbleBoy wird ohne Doppelklick auf die e-Mail aktiv, das Vorschau Fenster genügt, um ihn zu aktivieren.
2000
LoveLetter lässt viele Mailserver in die Knie gehen, er verbreitet sich rasant. Der ILoveyou-Virus setzt auf die Neugier der Menschen und verursacht ein enormes Medien Interesse.
2001
Code Red nutzt eine Sicherheitslücke im Internet Information Server von Microsoft aus und attackiert die Webseite des Weißen Hauses. Die Virenverbreitung wird insgesamt wesentlich schneller. Code Red attackiert binnen weniger Stunden 250.000 Systeme und richtet Schäden von 2 Milliarden $ an.
Der Wurm Nimda verbreitet sich ohne Benutzerintervention über das Internet weiter, er nutzt Sicherheitslücken in Software und e-Mail zur Verteilung.
2002
Der Virus Klez verbreitet sich mit gefälschten Absenderadressen. Er nutzt eine Sicherheitslücke in Outlook, durch die er sofort aktiv wird.
2003
Das Jahr von SQL Slammer, er brachte durch seine schnelle Verbreitung zahlreiche MS SQL Server zum stehen. Teilweise funktionierten die Notrufnummern mehrere Stunden nicht. Postämter und Banken wurden lahm gelegt. Das öffentliche Leben war durch diesen Virus also stark beeinträchtigt.
BugBear machte sich seinen Namen durch die Ausnutzung einer Sicherheitslücke im Internet Explorer 5.01. und 5.5 und Blaster verbreitete sich ähnlich schnell wie SQL Slammer auf viele Rechner.
Microsoft setzt Kopfgeld von 250.000 $ für einen Virenprogrammierer aus.
2004
Ein 19. jähriger Schüler programmiert den Sasser Virus und richtet enorme Schäden an. Virenautoren verschicken bereits Bewerbungen, versteckt im Code, an die Antivirenhersteller. Trojaner, Würmer und andere Viren sollen nicht länger grobe Schäden anrichten sondern sich stillschweigen in den Systemen festsetzen und unbemerkt den Datenverkehr überwachen. Pishing Attacken auf Banken haben Hochkonjunktur.
Den Anfang machten Forscher und Wissenschaftler, Unwissenheit und Missgeschicke in der Programmierung verursachten große Verbreitung. Heute reicht das Feld von frustrierten Schülern über verkannte Genies bis hin zu Cyber Terroristen.
Die Antivirenhersteller müssen umdenken, reagierende Lösungen reichen nicht mehr aus um den sich enorm schnell verbreitenden Viren entgegen zu treten. Proaktive Lösungen müssen her. Panda Software macht mit TruPrevent den Anfang.
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