Ein nicht unbeträchtlicher Teil an persönlichen Informationen wird heutzutage online weitergegeben. Immer mehr Menschen verschicken tagtäglich E-Mails, erledigen ihre Bankgeschäfte online oder gehen im Netz einkaufen. Die fortschrittlichen Möglichkeiten, die das Internet bietet, wiegen seine Benutzer jedoch in trügerischer Sicherheit. Neuere Technologien und Übertragungswege wie DSL zusammen mit einer höheren Computergeschwindigkeit sind auch für bösartige Programme von Vorteil: Sie verbreiten sich noch schneller, exportieren vertrauliche Daten und lassen Computersysteme abstürzen.
Geheime Beutezüge
Viren, Trojanische Pferde und Würmer: das kannten wir ja alles bereits. Auch von komplexen Bedrohungen, die gleich mehrere Angriffstechniken in sich vereinen, haben wir schon gehört. Sasser, Blaster und MyDoom haben nicht nur Netzwerke lahmgelegt, auch Heimanwender hatten unter ihnen zu leiden, was weltweit für Schlagzeilen sorgte.
Anders bei Adware und Spyware. Diese Programme arbeiten im Verborgenen. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass auf einem Rechner mehr als ein Typ von Spyware oder Adware installiert ist. Diese Programme setzen die Privatsphäre des Anwenders, die Vertraulichkeit und Integrität seiner Daten und die Verfügbarkeit seines Rechners aufs Spiel. Im schlimmsten Fall können sie Systemressourcen fesseln und den Computer damit vollständig funktionsunfähig machen.
Sowohl Spyware als auch Adware sammeln automatisch Informationen ohne ausdrückliche Erlaubnis oder Benachrichtigung des Anwenders. Der Nutzer installiert Spyware und Adware meist unwissentlich auf dem Computer, indem er diese als Anhängsel von Shareware oder Freeware herunterlädt. Außerdem kann man die indiskreten Programme aufgabeln, indem man auf Links auf Webseiten, in E-Mails und Instant Messaging Clients klickt.
Ein im Februar 2005 von Symantec durchgeführter Test zeigt, wie häufig Adware oder Spyware auf beliebten Webseiten auftritt: Ein fabrikneuer Computer wurde ohne jegliche Sicherheitssoftware ans Internet angeschlossen. Nach einer Stunde Surfen auf Webseiten für Kinder fand Symantec 359 Adware-Programme auf dem Rechner. Auf sechs Sport-Webseiten wurden 17 Adware- und zwei Spyware-Programme entdeckt. Sechs Spieleseiten enthüllten 23 Fälle von Adware und vier Fälle von Spyware. 64 Adware- und zwei Spyware-Programme wurden auf fünf Reise-Webseiten gefunden.
Das Kleingedruckte: Der Teufel steckt im Detail
Besonders problematisch ist, dass manche Internetteilnehmer dem Download von digitalen Spitzeln ausdrücklich zustimmen. Wie das geht? Ganz einfach: Wer Endnutzer-Lizenzvereinbarungen beispielsweise für Freeware nicht liest und naiv ihre Bedingungen akzeptiert, läuft Gefahr, sich Spyware einzufangen. In der Regel wird auf die „Spitzelfunktionen“ in den Lizenzbedingungen hingewiesen. Die Hersteller sind damit rechtlich auf der sicheren Seite. Doch nur wenige Programme präsentieren dem Nutzer einen einfach zu lesenden und klar verständlichen Vertrag.
Spyware verbirgt ihr hässliches Gesicht Der unlautere Einsatz von Spyware schließt Key Logging ein (das Aufzeichnen von Tastenfolgen), die Bildschirmerfassung (Screen Shots), das Scannen des PCs sowie Datenverfälschung. Spyware ist in der Lage, E-Mails und Instant Messages abzufangen und nach sensiblen Informationen abzugrasen. Persönliche Daten wie Adressdaten, Passwörter oder Kontoinformationen und eine gehörige Portion kriminelle Energie sind ausreichende Zutaten für einen Betrug, der den Anwender finanziell schädigen kann.
In seiner milderen Form kann Spyware Informationen über Anwendungen, die auf einem Computer laufen, Details über Surf- oder PC-Gewohnheiten sammeln und weiterleiten. Mit diesen Informationen finanzieren File-Sharing-Anbieter oftmals ihre kostenlos angebotenen Produkte, indem sie die gesammelten Daten an Drittfirmen verkaufen.
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