Mit dem jüngsten Gesetzentwurf des US-Kongresses gegen Spyware soll es Datenschnüfflern an den Kragen gehen, die Spionagesoftware unbemerkt auf die PCs der Internetnutzer speichern. Damit protokollieren sie das Surfverhalten, laden beliebige Daten herunter und spionieren sogar Passwörter aus. Das ist besonders in Unternehmen eine höchst brisante Angelegenheit.
Das neue "Spy Act"-Gesetz sieht jetzt vor, dass Ad- oder Spyware-Anbieter Nutzer auf den Download ihrer Software ausdrücklich hinweisen müssen. Außerdem soll das Aufzeichnen von Tastatureingaben und das "Entführen" von Webbrowsern auf bestimmte Werbeseiten verboten werden.
Das ist nett gemeint, aber nicht ausreichend. Erstens klicken Anwender heute schon fast reflexartig auf alle möglichen "Einverstanden"- oder "OK" -Buttons, ohne die dazugehörigen Warnhinweise zu lesen. Zweitens sind solche Gesetze, die im nationalen Alleingang entstehen, das Papier kaum wert, auf dem sie geschrieben sind. Die Spam-Diskussion hat schon gezeigt, dass auch härteste US- oder EU-Gesetze nichts nutzen, wenn Server nach Russland oder China umziehen.
Trotzdem sollten Unternehmen die Hoffung nicht aufgeben. Mit eindeutigen Richtlinien zur Web-Nutzung am Arbeitsplatz, Internetfiltern und Programmen, die schon den Start von Spyware und anderer illegaler Software verhindern, sind sie bestens gerüstet.
Der Wille der Politik, Missstände im Internet zu beheben, ist lobenswert, aber noch keine Lösung. Bis Gesetze endlich in der Lage sind, Betrüger zu belangen, egal in welchem Land sie sich aufhalten, bleibt Unternehmen nichts anderes übrig, als den Kampf gegen Spyware & Co. selbst in die Hand zu nehmen.
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