„Mein PC ist für Hacker ohnehin völlig uninteressant“


29.05.2006

Der Heim-PC: Fundgrube für Datendiebe

Längst geht es Hackern und Virenschreibern nicht mehr darum, spektakuläre Schadprogramme im Internet in Umlauf zu bringen und Daten zu zerstören. Ihre Absichten sind ganz anderer Natur: „Finanzieller Gewinn wird immer häufiger zur Hauptmotivation von Angreifern. Auch Schadprogramme sind vermehrt darauf ausgerichtet, vertrauliche Informationen auszuspähen“, erklärt Candid Wüest, Virenexperte bei Symantec. Der heimische PC ist dabei alles andere als uninteressant für Internet-Kriminelle. So nutzen knapp die Hälfte aller Internet-Anwender Online-Banking, Online-Shopping oder nehmen an Internet-Auktionen teil. Vielen ist dabei nicht bewußt, dass während solcher Transaktionen sensible Daten wie Kontoinformationen oder Passwörter sehr leicht abgegriffen werden können, wenn der Rechner nicht gesichert ist. Candid Wüest: „So sind zum Beispiel 80 Prozent der 50 am häufigsten an Symantec gemeldeten Schadprogramme in der Lage, solche Daten auf dem heimischen Rechner auszuspionieren, ohne dass der Anwender etwas bemerkt. Und diese können dann natürlich von Hackern mißbraucht werden.“

Nur die Rechnerleistung

Nicht nur sensible Daten sind für Hacker auf dem Heim-PC von Interesse, manchmal geht es ihnen nur um die Rechnerleistung: „Hacker können unbemerkt kleine Fernsteuerungsprogramme einschleusen und viele Rechner zu leistungsfähigen Netzwerken (Botnets) zusammenschließen. Diese werden dann zum Beispiel für die Verteilung von Spammails vermietet oder auch, um so genannte Denial of Service Attacken auf Onlineanbieter zu starten. Diese zeitgleich erfolgenden, massenweisen Anfragen führen dann dazu, dass die Webseiten nicht mehr erreichbar sind“, erläutert der Symantec-Experte die Methoden. Für die Hacker ist das insofern lohnend, weil sie an der Vermietung solcher fernsteuerbaren Rechnernetzwerke verdienen.

Riegel vorschieben

Candid Wüest: „Man schließt ja auch seine Haustüre ab, wenn man zum Einkaufen geht. Genauso sollten Anwender auch beim Gang ins Internet ihren Rechner entsprechend sichern.“

Der Symantec- Experte empfielt daher, neben einem Virenscanner unbedingt auch eine Firewall mit Einbruchsblockierung (Intrusion Prevention System) auf dem Rechner zu installieren, damit nicht nur Schadprogramme, sondern auch Hacker vom PC ferngehalten werden. Ein umfassendes Sicherheitspaket bietet Symantec mit Norton Internet Security 2006. Es enthält Virenscanner, Firewall, Spamfilter sowie weitere nützliche Funktionen zur Sicherung sensibler Nutzerdaten.<hr>Sicherheitstipps von Symantec:

Surfen Sie sicher: Nutzen Sie das Internet nur an einem Computer mit Virenschutz und Firewall. Dann haben Schadprogramme und Hacker wenig Chancen, persönliche Daten abzufangen. Wichtig: Programmaktualisierungen regelmäßig einspielen.

Bringen Sie den Browser in Wachposition: Wählen Sie bei den Sicherheitseinstellungen im Browser immer die mittlere bis hohe Stufe. So haben es Schadprogramme oder Spyware, die versuchen, sich über den Webbrowser zu installieren, schwerer.

Seien Sie wählerisch: Laden Sie nicht jedes beliebige Programm vom Netz herunter und öffnen Sie nicht jeden Mail-Anhang. Ansonsten laufen Sie schnell Gefahr, sich ein Schadprogramm auf ihren Rechner zu holen.

Schützen Sie Ihre persönlichen Daten: Im Internet gibt es viele interessante Online-Portale und -Shops. Überlegen Sie sich gut, ob Sie Ihre persönlichen Daten und Kreditkartennummer bei jedem beliebigen Online-Shop abspeichern wollen. Sicherer für Online-Banking sind so genannte Smartcards, die auf dem HBCI-Standard beruhen.

Seien Sie misstrauisch: E-Mails, die angeblich von der Bank oder einen Onlineanbieter stammen und Sie auffordern, Konto- und Passwortinformationen weiterzuleiten oder dies auf einer Webseite zu erledigen, die Sie über einen angegebenen Link ansteuern können, sind meistens gefälscht (Phishingmails). Verdächtige Mails also direkt löschen. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihre Bank telefonisch.

Wählen Sie ein sicheres Passwort: Nahe liegende Passwörter, z. B. der eigene Name oder der Wohnort, sind sehr einfach zu knacken. Verwenden Sie stattdessen eine Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Passwörtern – damit machen Sie es Datendieben um einiges schwerer.</ul>


Autor

  • Candid Wüest

    Symantec

Candid Wüest ist Security Response Engineer bei Symantec. Er ist arbeitete seit 2003 bei Symantec in der Schweiz und ist seit 2004 am Symantec Standort Dublin im Virenforschungszentrum tätig.



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