Risikomanagement in Projekten


15.09.2009

Ihre Projekte sind stets erfolgreich, On Budget und On Time? Herzlichen Glückwunsch. Es gibt für Sie keinen Grund, weiterzulesen. Ihre Projekte gehören zur Minderheit aller Projekte weltweit.

Schenkt man den Statistiken Glauben, werden 43% aller Projekte weltweit teurer als erwartet und nur 36% aller Projekte sind erfolgreich. Eine der wichtigsten Ursachen liegt im fehlenden professionellen Risikomanagement.

Was ist Risikomanagement?

Unter Risikomanagement versteht man eine systematische und proaktive Vorgehensweise, um die Kontrolle über Projekte zu erlangen und Unklarheiten zu verringern. Sehr wichtig ist dabei, dass sich das Risikomanagement—obwohl es der Name suggeriert — nicht nur mit Risiken sondern ebenfalls mit Chancen im Projekt auseinandersetzt. Wenn auch in unterschiedlichem Umfang, sollte Risikomanagement in Projekten jeder Größenordnung durchgeführt werden — und zwar unbedingt bereits vor dem Start der produktiven Tätigkeiten. Dies ist besonders wichtig in wirtschaftlich turbulenten Zeiten, in denen jedes einzelne Projekt eines Unternehmens zählt.

Risikomanagement ist Grundvoraussetzung, um Dauer und Kosten eines Projektes realistisch berechnen zu können.

Projektschätzungen — günstig oder realistisch?

Zuerst die schlechte Nachricht: Risikomanagement führt in der Projektplanung zu zusätzlichem Aufwand — eben für den Risikomanagementprozess und im Allgemeinen auch zu einer höheren Aufwandsabschätzung, da meist die Risiken gegenüber den Chancen überwiegen — beides ist sehr ungern gesehen.

Doch nun die gute Nachricht: Die resultierenden Abschätzungen sind realistischer und am Ende des Projekts werden Kosten und Aufwand gespart, da Projektrisiken bereits im Vorfeld erkannt und Bewältigungsstrategien erarbeitet werden. Dadurch sind die Auswirkungen von Risiken auf das Projekt deutlich kleiner.

Abbildung 1 veranschaulicht diesen Zusammenhang: Zu sehen ist, dass die geschätzten Projektkosten mit Risikomanagement zwar höher sind als die Schätzung ohne Risikomanagement. Die tatsächlichen Projektkosten sind jedoch deutlich geringer.

Der Auftraggeber — ob intern oder extern — ist in der zweiten Variante aufgrund der besseren Schätzung mit Risikomanagement am Ende jedoch mit Sicherheit zufriedener.

Projektkosten– und Projektzeitschätzungen sind und bleiben eines: Schätzungen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wird bei realistischen Kosten– und Zeitschätzung immer Bereich angegeben (gelber Bereich in Abbildung 1). Je größer der Bereich, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Projektkosten am Ende innerhalb der angegebenen Grenzen liegen. Auf der anderen Seite, wird der Bereich aber auch automatisch größer, je größer die Projektrisiken sind. Auf diese Zusammenhänge kommen wir später noch einmal zurück.




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Autor

  • Lars Nussbaumer

    ayonik GmbH

Diplom Informatiker Lars Nussbaumer gründete 2003 die ayonik GmbH und bietet Dienstleistungen in den Bereichen IT-Projektmanagement und Prozessmanagement an.




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