Unternehmen sollten Skype nicht verbieten


30.01.2007

Laut einem heute von Berlecon Research und Fraunhofer ESK vorgestellten Report sprechen die viel diskutierten Risiken von Skype nicht gegen eine Nutzung im Unternehmen. Die Analysten empfehlen aber die Aufstellung klarer Regeln für den kontrollierten Unternehmenseinsatz. Der in Kooperation erstellte Report bewertet Chancen und Risiken von Skype und definiert exemplarisch eine Skype-Policy und Regeln für die Installation und Nutzung.

Die beliebte Internet-Telefonie-Software Skype hat sich in den vergangenen zwei Jahren rasant verbreitet und über die privaten Anwender auch ihren Weg in die Unternehmen gefunden. Die Skype-Gemeinde zählt weltweit inzwischen über 136 Mio. registrierte Nutzer, wovon im Durchschnitt ständig ca. 7 Mio. online sind. Gerade die junge Generation von Arbeitnehmern, die mit neuen Technologien groß gewordenen "Millenials", wollen auch an ihrem Arbeitsplatz nicht auf die Nutzung von Skype verzichten.

Nicole Dufft, Geschäftsführerin von Berlecon Research: "Skype wird heute in vielen Unternehmen von den Mitarbeitern genutzt – häufig jedoch ohne Abstimmung mit der IT-Abteilung. Da die Nutzung von Skype zahlreiche Sicherheitsrisiken und auch Rechtsfragen mit sich bringt, wird in vielen Unternehmen der Umgang mit Skype kontrovers diskutiert. Dabei reicht die Bandbreite der Positionen von einer uneingeschränkten Befürwortung bis zur Forderung nach einem strikten Verbot."

Hauptkritikpunkt an Skype ist, dass die Protokolle nicht offen gelegt sind, und dadurch Sicherheitskonzepte und deren Implementierung nicht überprüft werden können. Zudem könnten über Skype sensible Firmendaten nach außen geschleust werden, ohne dass auch nur die Chance einer Kontrolle besteht. CIOs fürchten darüber hinaus, dass die Tunnelung der Firewall die IT-Infrastruktur verwundbar mache.

Anne-Kathrin Lange, Projektleiterin bei Fraunhofer ESK: "Die Kritik an Skype ist durchaus berechtigt, die Risiken sind aber gegen den Nutzen abzuwägen und sprechen nicht generell gegen einen Einsatz von Skype. Sie legen vielmehr eine Freigabe unter Beachtung klar definierter Regeln nahe. Wir empfehlen Unternehmen daher eine Skype-Policy für den Umgang mit Skype aufzustellen." So sollte der lokale IT-Verantwortliche oder IT-Sicherheitsbeauftragte über den Einsatz von Skype informiert werden und die Voraussetzungen für eine Nutzung prüfen. Auf Rechnern sicherheitskritischer Bereiche mit einem hohen Schutzbedürfnis sollte die Installation von Skype nicht gestattet werden. Zudem sollten die Mitarbeiter über die Sicherheitsrisiken von Skype informiert werden und bei der Nutzung bestimmte Regeln einhalten. Dazu zählen zum Beispiel die Kommunikation nur mit bekannten Partnern oder die Vermeidung der automatischen Annahme von Verbindungen.

Der Report "Skype im Unternehmenseinsatz – Chancen, Risiken und Policy-Empfehlungen" richtet sich an alle Unternehmen, in denen die Nutzung von Skype bisher nicht oder nur unzulänglich geregelt ist. Er informiert über die Risiken von Skype und über die Möglichkeiten, diese einzugrenzen. Der Report ist die erste Veröffentlichung, die Berlecon Research in Zusammenarbeit mit Fraunhofer ESK (Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik) erstellt hat. Im Rahmen der Kooperation mit Fraunhofer ESK sind für das laufende Jahr weitere Veröffentlichungen zu den wirtschaftlichen und technischen Aspekten drahtloser Technologien geplant. Die beiden Unternehmen werden darüber hinaus ihre Kompetenzen bündeln und Unternehmen bei der Planung und Umsetzung konkreter Projekte im Bereich Mobility und Business Communications beraten.

Weitere Informationen und Grafiken aus dem Report stehen unter www.berlecon.de/skype zur Verfügung.


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Autor

  • Nicole Dufft

    Berlecon Research GmbH

Seit Oktober 2000 gehört Nicole Dufft Analysten-Team der Berlecon Research GmbH, ihre Schwerpunktthemen sind Mobile & Telecommunications und Digital Consumer.




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